Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Eine Patientenverfügung dient dazu, den Patientenwillen im Hinblick auf medizinische Eingriffe vorsorglich für den Fall festzuschreiben, dass der Patient eines Tages seinen Willen nicht mehr selbst bilden oder selbst zum Ausdruck bringen kann. Gerade angesichts des ständigen medizinischen Fortschritts und der Vielzahl lebenserhaltender medizinischer Möglichkeiten, etwa die künstliche Ernährung über eine PEG-Sonde oder der Anschluss an eine Herz-Lungen-Maschine, erscheint es mehr denn je sinnvoll, seinen Patientenwillen unmissverständlich durch eine Patientenverfügung frühzeitig zu äussern.

Eine Patientenverfügung regelt üblicherweise zunächst die Lebenssituation, für die sie gilt, beispielsweise unmittelbarer Sterbeprozess und/oder Endstadium einer tödlichen Krankheit und/oder Gehirnschädigung.

Daran anschließend wird geregelt, welche medizinischen Maßnahmen in den genannten Situationen gewünscht und abgelehnt werden, etwa Wiederbelebungsmaßnahmen, Flüssigkeitsgabe, künstliche Ernährung, Schmerz- oder Angstlinderung, lebenserhaltend Maßnahmen.

Auch Angaben dazu, ob zusätzlich zur Patientenverfügung eine Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung oder ein Testament existieren und ob die Bereitschaft zur Organspende besteht, sind sinnvoll.

Auch in strafrechtlicher Hinsicht verleiht der in einer Patientenverfügung zum Ausdruck kommende Patientenwille den Angehörigen und Ärzten Sicherheit. Aktive Sterbehilfe ist strafbar, passive Sterbehilfe straflos.

Eine Vorsorgevollmacht oder Betreuungsvollmacht soll vorsorglich den Willen im Hinblick auf eine Betreuerbestellung zum Ausdruck bringen, für den Fall, dass die Situation eintritt, dass man selbst aufgrund seiner körperlichen, geistigen oder seelischen Verfassung nicht mehr rechtswirksam für sich entscheiden kann, beispielsweise wegen Alters oder Krankheit.

Im Bereich Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht steht Ihnen Opens external link in new windowRechtsanwalt Peter Beutl, Fachanwalt für Familienrecht zur Verfügung.